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Nach einem interessanten und kurzweiligen Besuch im Schaudepot hat uns Scott beim schönstem Sonnenschein
ein Stück durch seine Heimatstadt geführt. Entlang des imposanten evangelischen Pfarrhauses, in dem im 18ten Jahrhundert
der bedeutende Pfarrer und Pädagoge Christian Gotthilf Salzmann wirkte, und entlang der Minerva, der jüngsten
von drei Bronze-Skulpturengruppen, die von der Geschichte der 1.500 Jahre alten Kreisstadt erzählen, schlenderten wir
vorbei an der noch in Betrieb befindlichen Dreyse-Mühle, wo bis heute per Wasserrad Mehl gemahlen wird, über die überdachte
Stadtparkbrücke bis zur nahe gelegenen Unstrut, auf der aus einem abzweigenden Kanukanal nicht nur zu unserer Freude die Kanuten Ihr Können zeigten.
Auf den Rückweg in die Innenstadt begegneten wir, was die Hessen in unserer fröhlichen Runde am meisten erfreute,
noch dem Rotkäppchen und dem lieben Wolf, auf dessen Rücken, glaubt man der Hinweistafel an ihrem Sockel, wohl schon jeder der knapp
16.000 Einwohner Sömmerdas als heranwachsendes Kind gesessen haben soll, aber Vandalen nicht davon abhält, die über 80 Jahre alte
Figurengruppe mit Farbe zu verunstalten oder gar das arme Rotkäppchen zu köpfen.
Auf diesen Schreck oder einfach nur weil uns danach zu Mute war, sind wir zum Abschluss noch in ein Café eingekehrt
und haben unser JOYCEvent bei Eis, schmackhaftem Kuchen und mancher Tasse Kaffee in gemütlicher und bestgelaunter Runde ausklingen
lassen; wir haben unseren unterhaltsamen, lehr- und erlebnisreichen Ausflug in das Thüringer Becken genossen. Der Rückweg zu unseren
Fahrzeugen führte uns dann noch vorbei an der Robotron-Uhr, dem vom VEB Robotron Büromaschinenwerk den Bürger der Stadt Sömmerda
gestifteten Chronometer, und entlang der Bronze-Figurengruppe Fortuna, mit ihrem Wasserspiel bis zu Pomona, die die Entwicklung
von der Ackerbürgerstadt zum Beginn der industriellen Entwicklung darstellt; sie bilden mit der bereits erwähnten Minera die
Sömmerdaer Trilogie, den Stolz der Sömmerdaer Bürger.
Werner Neumeyer-Bubel, im Januar 2026
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